Himmlische Aussichten

Mehr funkelnder Sternenstaub für irdische Belange – das wäre doch schön.

Auch wenn der Himmel nicht mein Element ist – mehr Licht im Dunkel des Universums würde mir gefallen. Und auch wenn die Geldsummen galaktisch sind, die für Missionen wie die mit dem James Webb-Weltraumteleskop in den Orbit geschossen werden, sind doch die Verheißungen himmlisch: Forschende wollen mehr über den Urknall und über das Universum erfahren. Zumindest ein bisschen. Irgendwann in ferner Zukunft.

Mein Punkt ist nicht die Planung in Ewigkeitsdimensionen und nicht die Finanzierung dieser Mission, sondern das Drumherum: Warum reicht das Leistungsvermögen für nahezu unglaubliche Forschungsprojekte, wenn dagegen irdische Menschheitskarren konsequent an die Wand gefahren werden? Warum treiben Forschende so viel Aufwand, um dem All Geheimnisse zu entreißen, wenn dem Rest der Menschheit das Woher und Wohin herzlich egal ist?

 

Am Anfang waren das Wort, Zeus oder Kronos

Eigentlich müsste das doch jede(n) brennend interessieren – schließlich ist jede(r) tiefgehend betroffen. Wie kam es zum Urknall? Was war davor – oder hängen wir hier fest, weil unser Denksystem in Kausalketten gefangen ist? Warum ist überhaupt etwas und nicht nichts? Oder wie Ludwig Wittgenstein es formuliert: »Nicht wie die Welt ist, ist das Mystische, sondern dass sie ist.«

In grauer Vorzeit haben sich Menschen wenigstens noch die Mühe gemacht, die Fragen nach dem Woher und Warum mit fantasievollen Schöpfungsgeschichten zu beantworten. Seitdem Feuerbach, Darwin, Marx & Co aber die Mythen in sich zusammenfallen ließen, werden die Fragen zur Seite gewischt: Mit dem, was man nicht beantworten kann, will man nicht Zeit verschwenden. Zumal die komplizierten Überlegungen von Physiknerds nichts für Normalsterbliche sind.

 

Schluss mit irdischen Holzwegen!

Wenn aber die Evolution schon so viel Sternen-funkelnde Intelligenz spendiert hat, könnte man sie doch auch für irdische Belange einsetzen: Die Erde retten oder das Leben von Kindern verbessern – sie sollten zur Schule gehen und nicht arbeiten, schon gar nicht in Minen und auf Müllhalden. Oder im »besten« Fall: Man muss Kinder nicht in teure Internate abschieben, wo sie gemobbt werden oder bestens ausgebildet ihre Karriere als Psychopathen starten können.

Alternativen zu irdischen Holzwegen sind denkbar – schwieriger als Weltraummissionen können sie nicht sein. Das wäre doch nett: Statt nerviger Demos gegen Corona-Maßnahmen Aktionen für gute Kindheiten.

 

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